Kollegienkirche Salzburg
20./22. /23. Oktober 2022

Über die Oper

Der Titel der Oper führte insbesondere im Jahr der Uraufführung zu zahlreichen Missverständnissen und Missdeutungen. Komponiert für den Carinthischen Sommer, wurde die Uraufführung in der Ossiacher Stiftskirche abgesagt und 1980 ins Theater an der Wien verlegt. Erstmalig wird die Oper in dem vom Komponisten geforderten sakralen Raum 2022 in der Kollegienkirche Salzburg aufgeführt. (Ursprünglich schon für 2021 geplant, hätte die Aufführung zum 25. Todesjahr des Komponisten und zum 90. Geburtstag der Librettistin stattgefunden.)

Das Werk stellt keine Hochzeitsfeier im herkömmlichen Sinne dar, vielmehr spielt der Titel auf die mystische Hochzeit Jesu mit dem Tode – hier die weibliche Tödin – am Kreuzesstamm an. Scheinbar gelingt der Tödin auf Golgatha die Einverleibung Jesu in das Todesreich –
im Epilog sinniert Maria Magdalena über das Geschehene „…vielleicht ging aus den Augen in unser Herz er ein…“.

Den Großteil der Oper nimmt das Ringen des positiven, befreienden Lebensprinzips –in der Gestalt Jesu – mit dem lebensverneinenden, knechtenden Prinzip in der Gestalt des Todes – hier in der weiblichen Darstellung (la mort) – ein. Anschaulich beschreibt das Libretto menschliches Verhalten unter Diktatur und Tyrannei – man arrangiert sich, wird korrumpiert, schließlich zur willenlosen Masse, hier die „Graue Schar der Jünger“, welche bereit ist, vorbehaltlos über jedweden das Todesurteil zu sprechen, der wagt, Unterdrückung anzuprangern und die Wahrheit auszusprechen. In großartigen dramatischen Ensembleszenen gelingen dem Komponisten die Szenen von Anklage und der Verurteilung Jesu durch die Tödin und die willenlos folgenden Volksmassen.

Gottfried von Einem und Lotte Ingrisch haben mit „Jesu Hochzeit“ ein neues musikalisches Genre geschaffen: das musikalische Passionsdrama – oder die Passionsoper schlechthin.

Hans-Josef Knaust – Musikalische Leitung

Hans-Josef Knaust ist Dirigent und Organist.
Studium bei Michael Gielen am Mozarteum
Zahlreiche Aufführungen großer oratorischer Werke wie Monteverdi „Marienvesper“, W. A. Mozart „Davide penitente“,
S. Bach „Johannespassion“ J.Haydn „Sieben Worte“ und „Jahreszeiten“ bis zur Moderne;

Aufführung der zeitgenössischer Opern wie Poulenc „La Voix Humaine“, Bresgen „Igel als Bräutigam“,
szenische Umsetzung von B. Britten „Les Illuminations“ nach Rimbaud, Ashkenasi „Hexen“
N.Schapfl „Der Kleine Prinz“ nach Saint-Exupéry

David Schnaegelberger – Regie

Geboren 1987 in Darmstadt. Regiestudium bei Amélie Niermeyer und Christoph Lepschy am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg.
Regiearbeiten am Düsseldorfer Schauspielhaus und Ruhrtriennale. Assistent von Andreas Kriegenburg.
Leiter der Theatercompany „Die Happy Few“.

Fivos Theodosakis – Bühnenbild

Geboren 1989 auf Kreta, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Lena Newton und Johannes Schütz.
Ausstellungen ‚how to respect the space‘ im KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf, ‚Urban Branding‘ auf der Quadriennale Düsseldorf, Gruppenausstellung ‚In Order of Appearance‘ der Absolvent*innen der Kunstakademie im K21, Düsseldorf, Februar 2020.
Bühnenbilder zu den Produktionen ‚Woyzeck‘ von Georg Büchner und Arthur Schnitzlers ‚Reigen‘ am Prinz Regent Theater Bochum sowie für die Oper ‚Der kleine Prinz‘ nach Antoine de Saint-Exupéry in Salzburg.

Chöre: Salzburg Vokal
Projektchor aus Absolventen und Studierenden der Universität
Mozarteum Salzburg,

Orchester: IMP-Opernorchester
aus Absolventen und Studierenden der Universität
Mozarteum Salzburg,